Was ist Cashmere?

Bild einer Cashmereziege Foto Brunello Cucinelli
Kein anderes Textilmaterial ist so zart und weich, so leicht und wärmend wie Cashmere. Es wird gewonnen von der seltenen Cashmereziege, die in kargen Hochlagen Mittelasiens in der Mongolei, China, Indien und Iran in kleinen Herden gehalten wird. Gegen die Unbilden ihres extremen Lebensraums mit Wintertemperaturen bis zu -40 Grad Celsius schützt sich die Ziege durch ein lockeres Vlies aus langem, grobem Haar. Darunter wächst sehr weiches, fast seidiges, wärmendes Flaumhaar. Dieses sogenannte Duvet wird den Ziegen im Frühjahr sorgfältig ausgekämmt. Es ist so kostbar, dass selbst an Stäuchern hängengebliebene Flöckchen eingesammelt werden.

Nachdem das Rohmaterial noch im Herkunftsland nach Farbe und Güte selektioniert und gereinigt wurde, gelangt es nach Italien, wo sich die besten und erfahrensten weiterverarbeitenden Betriebe befinden. Das Rohmaterial wird nochmals gereinigt, gefärbt und zu hochwertigen Garnen versponnen. Man unterscheidet 1-fädige Garne - das ist die Regel - und 2- oder mehrfädige, mit einander verzwirnte Garne. Dahinter verbirgt sich das Geheimnis der absoluten Spitzenqualität.

Pro Tier werden etwa 120 gr Rohcashmere gesammelt, wovon schliesslich ca. 50 gr zur Verarbeitung gelangen. So benötigt die Herstellung eines 1-fädigen Pullovers den Ertrag von vier oder mehr Ziegen.

Oft wird versucht die Produktion von Cashmerefasern zu industrialisieren. So gibt es Zuchten in Australien und anderen Ländern. Jedoch mit unbefriedigendem Erfolg. Die Tiere gewöhnen sich an das milde Klima und liefern entsprechend weniger und kürzeres Flaumhaar mit niedriger Spannkraft. Zudem werden die Ziegen geschoren, es gelangt also auch das grobe Deckhaar in die Produktion. Daraus werden schliesslich die preisgünstigeren Sorten hergestellt.

Fazit: Cashmerbekleidung, hergestellt mit Fasern aus dem angestammten Lebensraum der Cashmereziege, vereint wie keine andere das Angenehme mit dem Attraktiven gepaart mit einer unvergleichlichen Eleganz des Aussehens.